Demokratie erleben und Verantwortung übernehmen: Ausstellung am GNR

Über 400 SchülerInnen ab der Stufe 8 nutzten vom 19. Januar bis zum 4. Februar die Gelegenheit, sich intensiv mit demokratischen Grundwerten, Mitbestimmung und den Gefahren des Rechtsextremismus auseinanderzusetzen. Ausgehend vom 81. Gedenktag anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz war bei uns die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ zu Gast.

Peer-to-Peer-Konzept der Wanderausstellung

Ein besonderes Merkmal der Ausstellung ist ihr partizipativer Ansatz. Im Vorfeld wurden 16 engagierte Schülerinnen und Schüler der Schülervertretung durch zwei GNR-Lehrkräfte zu Guides ausgebildet. In den folgenden Wochen begleiteten diese Guides ihre Mitschülerinnen und Mitschüler durch die Ausstellung, gaben inhaltliche Impulse, regten Diskussionen an und standen für Gespräche zur Verfügung. Auf diese Weise wurde Demokratie nicht nur thematisiert, sondern konkret gelebt. „Demokratie verpflichtet. Jede Person sollte einen Teil zum Erhalt dieser beitragen. Sich als Guide ausbilden zu lassen, kann ein Teil davon sein“, betonte ein Schüler aus dem Team der Guides.

Darstellung von persönlichen Perspektiven

Die Ausstellung überzeugte durch ihren vielseitigen Aufbau. Informationstafeln vermittelten grundlegendes Wissen zu Demokratie, Rechtsextremismus und gesellschaftlicher Verantwortung. Interaktive Würfel luden dazu ein, eigene Standpunkte zu reflektieren, während ein Medientisch mit Videos, Podcasts und persönlichen Berichten die Themen auch emotional erfahrbar machte. „Es war sehr spannend, sich mit den Erfahrungen betroffener Personen auseinanderzusetzen, weil sie zu neuen Gedanken angeregt haben“, berichteten Teilnehmende. Vor allem die Videos zu Diskriminierungserfahrungen und diese persönlichen Perspektiven sorgten für vielfältige Sichtweisen und intensive Gespräche innerhalb der Klassen.

Ergänzung durch schuleigene Projekte

Ergänzt wurde die Ausstellung durch eigene schulische Projekte des GNR, die den thematischen Rahmen erweiterten. Ein Musikkurs der Q1 präsentierte die Hörinstallation „Klangspuren aus Auschwitz“, in der persönliche Eindrücke der Schulgemeinschaftsfahrt nach Auschwitz künstlerisch verarbeitet wurden. Zudem stellte ein Religionskurs der Stufe 10 ein Plakatprojekt aus, das Opfern des Nationalsozialismus eine Stimme verlieh und so an bislang weniger bekannte Schicksale erinnerte.

Lebendiger Lernort

Insgesamt wurde die Ausstellung zu einem lebendigen Lernort, an dem historisches Bewusstsein, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und demokratische Werte miteinander verknüpft wurden. Das GNR zieht ein positives Fazit und bedankt sich bei der Friedrich-Ebert-Stiftung für die Leihgabe, bei der Schülervertretung für ihr großes Engagement gegen Ausgrenzung und für eine demokratische Schulkultur sowie bei allen BesucherInnen.

Text: J. Klinksiek

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