Englisches Klassikdrama in Rietberg

Charles Dickens‘ klassisches Drama ‚Oliver Twist‘ wurde am vergangenen Wochenende von der Theater-AG aufgeführt. Wie üblich scheute sich die Gruppe nicht davor, Klassik mit Moderne zu verbinden. Die moderne Variante der Theater AG unter der Leitung von Frau Jebe glänzte nämlich mit einer musikalisch untermalten Aufführung, wie es sie zu Zeiten des Autors selbst nie gegeben hätte.

Doch nun mal alles auf Anfang. Der Schauplatz ist unsere Aula, halb dunkel, nur einzelne Lichter vor der Bühne brennen (die der Musiker nämlich), und hinten bei der Technik darf das kleine Lämpchen natürlich auch nicht fehlen. Der Vorhang geht auf und schon befinden sich rund 200 Rietbergerinnen und Rietberger, Eltern, Freunde, Verwandte und Kulturinteressierte mitten im neunzehnten Jahrhundert in London. Bemerkenswert authentisch gestaltete Leinwände erzeugen dieses Gefühl. Sie zeigen eine verruchte Gegend in der Hauptstadt Englands, dem Ort der Handlung in Charles Dickens „Oliver Twist“. Und so werden die Zuschauer schnell hineingeführt in die Handlung der Geschichte um einen kleinen Jungen, der nach dem Tod seiner Mutter noch als Baby auf der Straße gefunden und später von einer Familie in die nächste gegeben wird. Das harte Leben des kleinen Oliver stellen die Mitglieder der Theater-AG in ihren wunderbar ausgewählten Kostümen vor einer überzeugenden Kulisse dar und geben so dem Zuschauer erneut das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein. Das besondere, moderne an der Darstellung sind die Tänze und Witze im Stück. Viele Dialoge sind bewusst durch neuzeitliche Sprache und Wortspiele als Verbindung von damals zu heute gedacht und peppen das Drama auf. So weiß der Zuschauer eigentlich schon nach der Pause, dass sich für Oliver alles zum Guten wenden wird, auch wenn der so berühmte Erzähler Charles Dickens‘ „seinen Kopf aufessen wird“, wenn nicht alles doch noch eine schlechte Wendung nimmt. Schade nur um den Erzähler.
Dass die Aula so gut gefüllt war, und das sogar an beiden Tagen der Aufführungen, lag bestimmt auch an der eigens zusammen gestellten Musikgruppe, die die Theater-AG unterstützte. Unter der Direktion von Herrn Hucht sang der Chor in den Pausen mit Instrumentalbegleitung durch die übrigen Musiker Lieder, die die Thematik widerspiegeln und eigens für dieses Stück komponiert wurden. So bekamen die Zuschauer nicht nur schauspielerische Leistung, sondern auch über Wochen einstudierte Musik geboten. Diese Mischung aus Musical und Theater kam bei allen Zuschauern gut an und man darf gespannt sein, ob es auch in Zukunft eine Zusammenarbeit geben wird.